GESCHICHTE - 2005
| Ja, die 50er Jahre, auf die könnte man fast neidisch werden. Aber lassen Sie uns nicht in der Geschichte stehen bleiben. | |
| Begleiten Sie mich auch noch auf dem letzten Stückchen unseres Spaziergangs, bis wir wieder im Hier und Jetzt angelangt sind. |
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Natürlich kommt es uns heute vor, als seien die letzten 50 Jahre diejenigen gewesen, in denen sich die Welt am deutlichsten verändert hat. Es scheint, als würden wir Bilder von einer anderen Welt sehen, wenn wir alte Fotos von Telgte betrachten. Auch im Geschäft hat sich noch einmal so vieles verändert. Was 30, vielleicht auch nur 10 oder 20 Jahre her ist, das wirkt auf uns heute schon ziemlich altmodisch und längst überholt. Vor fast 20 Jahren bin ich dann bald in Erscheinung getreten. In vier Monaten also feier ich mein kleines Jubiläum. Wir wollen aber nicht davon reden, sondern zum Beispiel von der Einführung damals des ersten Computer bei Böhmer. Mein Vater war es, der die erste Buchungsmaschine installierte. Mir blieb dann der Personal Computer. Der Wandel zur warenbegleitenden Softwear begann. Anfangs noch recht schleppend, aber dann immer schneller im stetigen Wandel der Zeit. Auch die Art und Weise des Verkaufens hat sich ja vollständig gewandelt. Wenn ich heute alte Prospekte von Einrichtungsanbietern durchblättere, dann erinnere ich mich gut daran, wie wir selbst hier solche Regale und Schränke stehen hatten. Auslagetische mit Glasscheibe und dunklem Holz, ganze Kleiderstangen voll mit dem gleichen Stück, ordentlich nach Größen sortiert. Kam eine Kundin ins Geschäft, schoss gleich eine Verkäuferin auf sie zu, um die Wünsche der "werten Dame" zu erfragen. In einen Laden zu gehen, nur um zu gucken, das war in den wenigsten Geschäften gern gesehen. Das Bummeln-Gehen mussten wir nämlich erst noch lernen. Heute freuen wir uns natürlich über jede Kundin, die den Laden betritt. Wir zeigen ihr nicht nur die Ware unserer verschiedenen Hersteller, wir laden sie auch ein, deren Erlebniswelten kennen zu lernen. Wir können nicht mehr einfach nur schöne Kleidungsstücke auf den Bügel hängen. Unsere Marken stehen für ein bestimmtes Lebensgefühl, für Stil und bestimmte Werte – und all das muss im Laden erlebbar werden. Gewandelt hat sich das Warenbild zum kurzfristigen Sortiment. Heutzutage liefern unsere Fabrikanten jeden Monat neue Ware. Eine Tatsache die meine Eltern noch gar nicht kannten, und heute noch als sehr ungewöhnlich im Handel ist. Wer weiß, ob das in 50 Jahren noch aktuell sein wird. Vermutlich nicht. Trotzdem wage ich die Behauptung, dass wir vom Modehaus Böhmer ganz gut für die Zukunft gerüstet sind. Was uns treibt, ist immer noch das Gleiche wie vor 250 Jahren: Gutes zu verkaufen, das die Menschen in und um Telgte brauchen. Heute ist das die aktuelle Mode für Frauen, die die Errungenschaften der Vergangenheit schätzen können, die die Gegenwart genießen und sich auf die Zukunft freuen. |
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